Kurbelwelle richten...

      Kurbelwelle richten...

      Moin,
      Wir versuchen uns jetzt mit dem Projekt "selber pressen und richten der Kurbelwelle", das zusammen pressen ging schon sehr gut über die Bühne.
      Jetzt geht es ans richten, da wollte ich wissen wie fest eine solche Press Passung eigentlich sitzt?? Wir haben beim ersten Versuch einen großen Kunststoff Hammer genommen, das war definitiv zu viel!
      Man muss ja "nur" die Wangen gegeneinander verdrehen, ganz leicht natürlich.
      Kontrolle dann auf einem Bock mittels zwei Messuhren.
      Aber da reichen ja leichte Schläge mit einem Kunststoff Hammer! Ist das normal?

      Sollte man danach den Hubzapfen noch mittels anaeroben Kleber fixen? Das Zeug wird in der normalen Konsistenz kaum in den Spalt der Pressung eindringen?
      Oder gibt es andere Tricks, oder einfach lassen wie es nach dem richten ist??

      Danke! ;)
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      Normalerweise sitzt der Hubzapfen schon ziemlich stramm. Beim pressen werden meist zwischen 5-7t Pressdruck erreicht. Beim richten muss man normalerweise schon nen festen Schlag aus dem Handgelenk auf die Wange geben um einige 1/100mm zu erreichen. Ich benutze dafür einen 700g und 300g Kupferhammer. In einigen Fällen muss die KW auch leicht ausgekeilt werden.Hab mir für solche Fälle verschiedene Alukeile gebaut. Wichtig ist eine gute Vorarbeit,das Ding sollte schon möglichst gerade zusammen gepresst werden,das spart Zeit und Nerven.Ausserdem ist das nicht sehr gesund für die Passung und Hubzapfen wenn man da erstmal ein paar 1/10mm daneben liegt. Entweder dreht man sich eine Montagebuchse oder legt Haarlineale und kleine Präzisionswinkel an den Wangen an.Damit sollte man im Normalfall schon an 5/100mm rankommen.
      Danke Virus-Commander!
      Wir hatten die Welle mit bzw in einer recht präzisen Montagebuchse verpresst, damit ging es relativ gut. Wange gut erhitzt und dann mit einer Zug-Gewindestange und Schlagschrauber durch den Hubzapfen beigezogen...

      Beim Auflegen der Welle auf Prismen messen wir außen am Stumpf locker 1/10mm Schlag, wobei innen am Lagersitz sind es weniger (ca. 5). Das würde ja dann heißen, die Stümpfe laufen "schräg" weg, d.h. die Passung müsste nicht radial gerichtet werden sondern axial... ??? Kann man das überhaupt??

      Apropos Keile, wo legst du die Keile an? Zwischen die Wangen, nur zum Richten? Oder was meinst Du mit "auskeilen"??

      Wenn ich die Welle in einer Drehbank zwischen zwei Spitzen prüfe, habe ich ein ähnliches Bild: Außen sind es 1-2 hundertstel Schlag, innen am Lagersitz sind es 6-7 hundertstel Schlag.

      Bei einer originalen Yamaha Welle messe ich außen und innen 1 hundertstel, na, etwas mehr.

      Langsam glaube ich das Ding ist schrottreif!!
      Um mir mal selber zu antworten (auf die Frage des axialen richtens...): Ja, man kann. Wahrscheinlich MUSS man sogar!!

      Habe jetzt ein Video gefunden wo es sehr gut erklärt wird, ist zwar englisch aber egal....Es wird in dem Video genau erklärt, wo man bei welchen Anzeigen der Messuhr auf die Welle schlagen/pressen muss.
      Man muss bei dieser Aktion wesentlich mehr Geduld aufbringen, merke ich grade. ;)

      Hier das Video:
      Hallo

      Ich presse und richte meinen Welle selber.

      Jedoch beforzuge ich das messen zwischen Zentrierspitzen.

      Hier muss jedoch vorarbeit geleistet werden. Die Einzelne Wange muss bereits auf 1/100 laufen.

      facebook.com/Mofaforum/videos/1481814815241960/


      Der Pressdruck solte wie bereits geschrieben zwischen 7-15Tonnen bei den 14-16mm Hubzapfen liegen.

      Das Ausrichten erfolgt mit Kupferhammer.
      Für das Ausrichten braucht man etwas erfahrung, ich zeichne mir gern das mit Linien auf xD .
      Gruß
      Norbert
      Puch fahren ist Nationalstolz leben!
      Sauber, Norbert!!! Gute Arbeit.
      Mir ist klar das sowas etwas Zeit in Anspruch nimmt, und die Fragen wo man bei welcher Unwucht auf die Wangen klopft/keilt ist in dem Video gut erklärt, das Aufzeichnen ist auch sinnvoll.

      Drehbank muss nicht unbedingt sein, der Wuchtbock aus dem Video ist ziemlich simpel. Einfach zwei Dreiecke in die Vierkantrohre gesägt/gefeilt. Jede andere Konstruktion mit Prismen (möglichst kleine Auflagefläche, also scharfe Kante) geht auch.

      Die ganze Konstruktion sollte nur stabil gegen Verwinden sein, sonst zeigen die Messuhren das Spiel im Wuchtbock an.
      Also

      Ich persönlich Ziehe das Rundlaufmessen zwischen Spitzen vor. Ich habe jedoch auch einen Abrollbock zur verfügung.

      Zwischen Spitzen wird direkt an der Wange gemessen. Auf Abrollbock liegt hier die Welle auf und es wird soweit wie möglich ausen gemessen....

      Sind im endefekt zwei paar stiefel. Bei vielen Wellen kanst dan nur ca auf 50% des KW Stumpf messen, wegen Kupplungsverzahnung, Keile oder sonstiges ....
      Puch fahren ist Nationalstolz leben!
      Ja spricht ja nix dagegen zwischen zwei Spitzen zu messen. Die Zentrierbohrungen sollten natürlich unbeschädigt sein.
      Auf der Drehbank kann man das natürlich einfach machen, nur eben nicht den Reitstock zu fest bei drehen :D
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      Hab mal kurz überflogen....beim vermessen zwischen den Spitzen in der Drehbank gibt's einiges zu beachten. Niemals feste Zentierspitzen verwenden oder das Futter beim vermessen mitdrehen. Da schleichen sich schnell Messfehler ein,auch wenn man der Meinung ist das der Rundlauf zu 100% stimmt. Ich hab ebenfalls einen Abrollbock,bevorzuge aber zwischen den Spitzen zu Messen. Verwende dazu ebenfalls meine Drehbank,da man die Messuhren schön auf dem Support befestigen kann. Ganz wichtig,besorgt euch kleine mitlaufende Präzisionszentrierspitzen. Eine ins Futter,die andere logischerweise in den Reitstock. Damit sollte einer exakten Vermessung nichts im Wege stehen.