Hubumbau Zündapp Kurbelwelle 31,4mm

      Hubumbau Zündapp Kurbelwelle 31,4mm

      Hallo,

      ich bräuchte für einen Zündapp 3-Gang-Motor eine Kurbelwelle mit 31,4 mm Hub.
      Das heißt insbesondere die Wellenstümpfe sollten gleich sein, damit Lager, Dichtringe und Primärzahnrad passen.
      Pleuellänge sollte idealerweise auch wie original 91 mm sein, wobei sich hier +/- 5 mm "relativ" einfach am Zylinder ausgleichen lassen.
      Das obere Pleuelauge sollte einen Durchmesser von 15 oder 16 mm haben, damit ein 12 mm KoBo mit entsprechendem Lager passt.

      Die große Frage ist, wie das ganze umgesetzt werden kann.
      Hab mir mal bei ebay für kleines Geld eine Motorsägenkurbelwelle mit 31 mm Hub geschossen, aber da passt wirklich gar nichts: Das Ding ist zu klein, Wellenstümpfe sind zu kurz und das Pleuel ist auch deutlich zu kurz.
      Das Fertigen von neuen Kurbelwangen klappt auch nicht so ohne Weiteres, da sich bei einer Kröpfung von 15,7 mm schon der Hubzapfen (16 mm) und einer der Wellenstümpfe (17 mm) in die Quere kommen.
      Die einzige Möglichkeit zur Umsetzung seh ich eigentlich in der Verwendung der original KW mit exzentrischem Hubzapfen, allerdings müsste der dann über 26 mm dick sein. Da stellt sich die Frage, ob es dafür überhaupt ein passendes Pleuel gibt.

      Wenn jemand ne gute Idee hat, kanns natürlich auch ganz anders umgesetzt werden. Vllt. passen ja auch andere Kurbelwellen, dachte da schon an Pocketbikes, konnte aber noch keine genauen Maße davon rausfinden.

      Budget sag ich jetzt mal 100 - 200 Euro, je nach verwendeten Komponenten und Aufwand. Original Kurbelwelle (inkl. Höhenspiel) kann ich gerne stellen.

      Gruß

      pulfli
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      Wenn du wirklich aus Leistungsgründen auf den Hub umbauen willst stelle ich mir das auch mit der Schwungmasse vor allem Massenträgheit durch den großen Durchmesser extrem blöd vor :huh:
      wird ja mit Sicherheit gut drehen das Ding?
      und bei einem exzentrischem Hubzapfen kann bzw müsste dein unteres Pleullager ja nicht die 26mm Durchmesser haben.

      wenn das wirklich was mit Hand und Fuß werden soll würde ich wirklich neue Wangen fertigen
      das Problem das du darin siehst leuchtet mir noch nicht so ganz ein.

      Eine weitere Möglichkeit wäre halt dass man die Originalwangen der Welle abdreht, die Löcher für den Hubzapfen mit irgendwas zu macht und dann neue um 180° versetzt macht.
      Sollte man dann aber vielleicht nochmal wuchten.


      lg
      :thumbup:
      In dem Finanzrahmen ist das unmöglich.
      Allein ein gutes Pleul mit Silberlager und guten Anlaufscheiben kostet schon mindestens 80 Euro.

      Warum überhaupt so wenig Hub? Willst du nen 70ccm Rollerzylinder zu nem 50er machen?

      Wenn das wirklich sein muss und so billig umgesetzt werden soll musste dich selbst an die Drehbank stellen und aus 42CrNiMo4 oder anderem fiesen Stahl deine Wangen selbst drehen.
      Dann gehst du zu nem CNC-Heinz deines Vertrauens und lässt dir da auf 0,01mm genau die Hubzapfenbohrung setzen.

      Viel Spaß damit. Selbst dabei is dein Finanzrahmen noch utopisch gering.

      Wer Motoren seriös tunen will sollte grad bei der Kurbelwelle von der "geiz ist geil" Mentalität weg kommen...
      Was dann in Bezug auf SZ und Fahrbarkeit ebenfalls überhaupt keinen SInn mehr macht. Würde mich mal interessieren, von welchem Motor da ein Zylinder verwendet werden soll- oder war das ein Schreibfehler, und sollte 39,4mm sein?!?
      Vegetarier kommt ursprünglich aus dem indianischen Sprachgebrauch, und bedeutet "...zu blöd zum jagen oder fischen..."

      mofa-rabbit schrieb:

      Wenn du wirklich aus Leistungsgründen auf den Hub umbauen willst stelle ich mir das auch mit der Schwungmasse vor allem Massenträgheit durch den großen Durchmesser extrem blöd vor

      Verstehe ich nicht ganz. Wenn die original Kurbelwelle umgebaut wird, ändert sich doch kaum was an der Schwungmasse. Und wenn neue Wangen gefertigt werden, würden die ja auch ungefähr wie das Original aussehen.


      mofa-rabbit schrieb:

      und bei einem exzentrischem Hubzapfen kann bzw müsste dein unteres Pleullager ja nicht die 26mm Durchmesser haben.

      Doch, muss es. Muss sogar einen Durchmesser von mindestens 26,4 mm haben. Habs mal im CAD skizziert.
      Der original Hubzapfen hat einen Durchmesser von 16mm und die Kröpfung ist 20,9mm (Hub 41,8mm). Um auf eine Kröpfung von 15,7mm (Hub 31,4mm) zu kommen, muss der Hubzapfen also so dick sein.


      mofa-rabbit schrieb:

      wenn das wirklich was mit Hand und Fuß werden soll würde ich wirklich neue Wangen fertigen

      das Problem das du darin siehst leuchtet mir noch nicht so ganz ein.

      Das Problem ist, dass sich bei der geringen Kröpfung Hubzapfen (Durchmesser 16mm) und Wellenstumpf (Durchmesser 17mm) in die Quere kommen.

      Klar könnte man eines der beiden kleiner machen, aber das geht dann doch schon stark zu Lasten der Stabilität.


      Tim^ey schrieb:

      Warum überhaupt so wenig Hub? Willst du nen 70ccm Rollerzylinder zu nem 50er machen?

      Ist zwar kein Rollerzylinder, aber auf genau das wirds rauslaufen. Ich möchte mit einem 45mm-Zylinder auf 50ccm kommen, um damit noch bei 50ccm-Mofarennen starten zu können. Durch den kleineren Hub ergeben sich bei gleicher Drehzahl viel geringere Kolbengeschwindigkeiten, wovon ich mir eine erhöhte Standfestigkeit verspreche. Mir tut das immer ein bisschen weh, wenn ich den original Zündapp-Langhuber bis 14.000 rpm drehe.


      Lude-Zuhaelter schrieb:

      Was dann in Bezug auf SZ und Fahrbarkeit ebenfalls überhaupt keinen SInn mehr macht.

      Doch, doch, das klappt schon. Hab das ganze mal durchgerechnet und es kommen tatsächlich ganz realistische Steuerzeiten raus. Klar die Kanäle öffnen bei dem geringen Hub nicht mehr komplett, aber im großen und ganzen passt das schon.
      Ich wollte jetzt auch keine Diskussion über Sinn und Unsinn der Aktion führen. Ich habe einfach Spaß am Schrauben und wollte das mal ausprobieren. Ob ich nachher tatsächlich mehr Leistung hab oder gar nichts mehr geht, ist mir erst mal egal.
      Also eine Kombination aus neuen Wangen und exzentrischem Hubzapfen? Eigentlich eine ziemlich naheliegende Lösung, bin da selber noch gar nicht drauf gekommen :bescheuert: Vielen Dank für den Tipp!

      Weiß eigentlich noch jemand irgendwelche Kurbelwellen, die schon von Haus aus einen Hub in der Größenordnung 30 - 33 mm haben? Pocketbikes vllt?
      Bei "Zündapp Langhub" bist du bei 14000 umdrehungen aber noch weit von kritischen Kolbengeschwindigkeiten entfernt.
      Die Frage die ich mir stelle bevor ich sowas mache ist "was würde Honda tun"
      Guck doch mal in die "moderen" Zweitaktmotoren der letzten 10 Jahre. Da war eigentlich fast alles Quadrathubig....

      Ich würd nen KTM SX50 Zylinder nehmen und mir dafür ne Kurbelwelle bauen.
      Du kommst bei deinem Projekt zwar auf "sinnvolle" Steuerzeiten, aber dein Zeitquerschnitt ändert sich drastisch. Weitergehend is der Zylinder nicht für so geringen hub gemacht, heißt er kann nicht gescheit spülen (bei geringem Hubunterschied wär mir es persönlich egal, du willst jedoch 20% weniger Hub fahren!!!)

      pulfli schrieb:

      mofa-rabbit schrieb:

      Wenn du wirklich aus Leistungsgründen auf den Hub umbauen willst stelle ich mir das auch mit der Schwungmasse vor allem Massenträgheit durch den großen Durchmesser extrem blöd vor

      Verstehe ich nicht ganz. Wenn die original Kurbelwelle umgebaut wird, ändert sich doch kaum was an der Schwungmasse. Und wenn neue Wangen gefertigt werden, würden die ja auch ungefähr wie das Original aussehen.

      ja die Schwungmasse ändert sich eben nicht.
      das war was ich meinte. dadurch wird das meines erachtens eine ganz schön träge geschichte für so wenig hub
      Aber das ist ja deine Entscheidung.
      Vor allem könntest du durch eine kleinere Kw deine Kammer für die KW noch anpassen und somit etwas mehr Vorverdichtung erzielen



      mofa-rabbit schrieb:

      und bei einem exzentrischem Hubzapfen kann bzw müsste dein unteres Pleullager ja nicht die 26mm Durchmesser haben.

      Doch, muss es. Muss sogar einen Durchmesser von mindestens 26,4 mm haben. Habs mal im CAD skizziert.
      Der original Hubzapfen hat einen Durchmesser von 16mm und die Kröpfung ist 20,9mm (Hub 41,8mm). Um auf eine Kröpfung von 15,7mm (Hub 31,4mm) zu kommen, muss der Hubzapfen also so dick sein.

      Achso. Ja ist klar. Ich dachte du meintest mit Hubzapfen den durchgängigen.
      Dass dein unteres Pleullager ebenso die 26mm braucht.



      mofa-rabbit schrieb:

      wenn das wirklich was mit Hand und Fuß werden soll würde ich wirklich neue Wangen fertigen

      das Problem das du darin siehst leuchtet mir noch nicht so ganz ein.

      Das Problem ist, dass sich bei der geringen Kröpfung Hubzapfen (Durchmesser 16mm) und Wellenstumpf (Durchmesser 17mm) in die Quere kommen.

      Klar könnte man eines der beiden kleiner machen, aber das geht dann doch schon stark zu Lasten der Stabilität.

      Bei der "neuentwicklung" könntest du dieses Problem doch eben durch eine stärkere Kröpfung beheben?
      Man könnte den Zapfen Zündungsseitig ja beispielsweise in eine Art Sackloch setzen, welches nur ein Ausdrückgewinde hat.
      Und Kupplungsseitig am kleinere Wellenzapfen eben eine durchgehende Bohrung setzen.



      Tim^ey schrieb:

      Warum überhaupt so wenig Hub? Willst du nen 70ccm Rollerzylinder zu nem 50er machen?

      Ist zwar kein Rollerzylinder, aber auf genau das wirds rauslaufen. Ich möchte mit einem 45mm-Zylinder auf 50ccm kommen, um damit noch bei 50ccm-Mofarennen starten zu können. Durch den kleineren Hub ergeben sich bei gleicher Drehzahl viel geringere Kolbengeschwindigkeiten, wovon ich mir eine erhöhte Standfestigkeit verspreche. Mir tut das immer ein bisschen weh, wenn ich den original Zündapp-Langhuber bis 14.000 rpm drehe.

      Aber durch den geringen Hub erzielst du ebenso viel höhrere Drehzahlen.. bzw wäre es anzustreben?!


      Lude-Zuhaelter schrieb:

      Was dann in Bezug auf SZ und Fahrbarkeit ebenfalls überhaupt keinen SInn mehr macht.

      Doch, doch, das klappt schon. Hab das ganze mal durchgerechnet und es kommen tatsächlich ganz realistische Steuerzeiten raus. Klar die Kanäle öffnen bei dem geringen Hub nicht mehr komplett, aber im großen und ganzen passt das schon.
      Ich wollte jetzt auch keine Diskussion über Sinn und Unsinn der Aktion führen. Ich habe einfach Spaß am Schrauben und wollte das mal ausprobieren. Ob ich nachher tatsächlich mehr Leistung hab oder gar nichts mehr geht, ist mir erst mal egal.
      :thumbup:
      Moin Pulfi,finde Dein Vorhaben echt geil-mal was anderes!!!Vielleicht kannst Du im Netz was über die 360er Bultaco-Motoren finden und Dich ein wenig daran orientieren-die waren in den 70ern recht erfolgreich,hatten ein ähnliches Hub-Bohrungsverhältnis.
      Gruß Bull

      Tim^ey schrieb:

      Bei "Zündapp Langhub" bist du bei 14000 umdrehungen aber noch weit von kritischen Kolbengeschwindigkeiten entfernt.

      Das schon, aber trotzdem hängt der Verschleiß unmittelbar mit der Kolbengeschwindigkeit zusammen. Kleinere Kolbengeschwindigkeit --> weniger Verschleiß.


      mofa-rabbit schrieb:

      ja die Schwungmasse ändert sich eben nicht.

      das war was ich meinte. dadurch wird das meines erachtens eine ganz schön träge geschichte für so wenig hub

      Dafür ist die Kolbenfläche größer, d.h. der Kolben drückt mit einer größeren Kraft auf die Kurbelwelle. Das und der kleinere Hub sind zwei Effekte die sich gegenseitig aufheben. Außerdem hab ich die Schwungmasse schon durch eine Pocketbike-Zündung drastisch reduziert. Dabei hat das Original-Polrad mit Sicherheit ein größeres Massenträgheitsmoment als der ganze restliche Kurbeltrieb...


      mofa-rabbit schrieb:

      Aber durch den geringen Hub erzielst du ebenso viel höhrere Drehzahlen

      Welche Drehzahlen ich erziele ist doch in erster Linie eine Frage der Steuerzeiten und nicht vom Hub.


      Tim^ey schrieb:

      Du kommst bei deinem Projekt zwar auf "sinnvolle" Steuerzeiten, aber dein Zeitquerschnitt ändert sich drastisch. Weitergehend is der Zylinder nicht für so geringen hub gemacht, heißt er kann nicht gescheit spülen (bei geringem Hubunterschied wär mir es persönlich egal, du willst jedoch 20% weniger Hub fahren!!!)

      Lasst das doch bitte meine Sorge sein. Ich finde es schön, dass man hier so viele Ratschläge bekommt, aber das ist bei Weitem nicht mein erster Motor an dem ich schraube. Ich kenne mich auch in der Materie aus und habe schon durchdacht was ich hier mache. Und selbst wenn ich mich irren sollte und das Ding nachher gar nicht läuft, war es mir den Versuch wert.

      Und mit diesem Wort zum Sonntag zurück zum eigentlichen Dienstleistungsgesuch:
      1. Welcher CNC'ler kann mir in vorgefertigten Kurbelwangen Hubzapfen- und Wellenstumpfbohrungen setzen?
      2. Wer kann exzentrische Hubzapfen fertigen? DJB?
      Und da mein Budget auch schon angesprochen wurde: Was sollte ich denn jeweils dafür anlegen?

      Gruß
      pulfli